Ausrüstung (Magic Camino)

 

                      Packliste und Ausrüstungsvorschlag für den Jakobsweg /Camino Frances

                                                http://www.magic-camino.de/packliste.htm

 

  Packliste PDF

 

Generell sei gesagt - je weniger desto besser, den erfahrenen Pilger erkennt man am geringen Gepäck.

Wenn man alles täglich auf seinen Schultern transportieren muß, sollte man

a) gut planen und im Zweifelsfall lieber ein Teil weniger mitnehmen

b) nicht sparen, den High-Tech-Ausrüstung bringt oft große Vorteile

 

Auch wenn man gut trainiert ist und gewohnt, einen großen Rucksack zu schleppen, sollte man nicht vergessen, dass das Gewicht nicht unbedingt

für die Kondition ein Problem darstellt, aber für die Bänder und Sehnen "das kg zu viel" sein könnte und die Wanderung ja mehrere Wochen dauert.

 

Auf meinem Camino wollte ich sogar die Jeans mitnehmen und war heilfroh, dass ich sie kurz vor Abreise noch durch eine High-Tech-Wanderhose ersetzt habe, die leichter waschbar, schneller trocknend, flexibel einsetzbar (Hosenbeine abnehmbar) und auch noch insgesamt leichter ist. Auf dem Camino ist die Syntetic-Wanderkleidung wirklich von Vorteil.

 

Also ... mein Vorschlag für die Packliste (Camino Frances) :

 

A) Kleidung     

- 2 x Unterhose - sollte man vorher getestet haben, ob sich damit gut läuft. Schnelltrocknend ist von Vorteil (Funktionswäsche)

- 2x Wandersocken - ich bin von den hochwertigen Rechts-Links-Socken begeistert

- 1 x Laufshirt  - Laufshirt in Kunstfaser sind schnelltrocknend / Abends 1  

- 2 x T-Shirt - 1 x für Abends und einmal für's Schlafen

- 2 x Treckinghose - Kunstfaser mit abnehmbaren Hosenbeinen !!! schnelltrocknend und man bleibt flexibel bei guten und schlechtem Wetter

- 1 x Gürtel - weicher Gürtel, am Besten aus Stoff (der nicht "scheuert")

- 1 x Turnhose -  in Kombination mit T-Shirt zum Schlafen  

- 1 x Badehose - kann man notfalls auch als Unterhose verwenden

- 1 x leichter Pulli - übers T-Shirt wenn es kühl wird

- 1 x Jacke - Wind- und Regenjacke (Sportgeschäft)

- 1 x Pullover - am besten Flies-Pullover wenn es kalt wird kann man das T-Shirt, den Pulli und den Pullover anziehen und die Windjacke darüber, damit sollte man auf alle Temperaturen vorbereitet sein.  

- Kopfbedeckung -  gegen Sonne und Regen und mit Band, damit der Wind oder der vorbeifahrende LKW nicht gleich den Hut wegbläst.  

- Dreieckstuch - als Staubtuch oder Halstuch einsetzbar.  

- Sonnenbrille   im Sommer gut mit Wind+Staubschutz wie Gletscherbrillen

- Sandalen -  Leichte Sandalen, evtl. auch als Badeschuhe einsetzbar für den Abend und in der Herberge. Noch besser sind Sandalen, die man notfalls auch zum Wandern einsetzten kann, wenn man Blasen hat.  

- Trecking-Schuhe - ich bevorzuge leichte Trecking-Schuhe mit Schaft, damit hat man gute Seitenstabilität für die Knöchel. Einige hatten auch feste Sportschuhe und waren damit auch zufrieden. Die Schuhe sollten auch brauchbar sein, um durch Regen und Matsch zu wandern. In den Sommermonaten kann es außerdem sehr heiß werden, die Schuhe sollten daher eher etwas zu groß sein, wegen Hitzestau und damit sie noch bei "dicken Beinen" passen.

- Poncho - Regenüberwurf, der groß und lang genug ist, auch den Rucksack am Rücken zu überdecken. Es gibt spezielle Ponchos für den Rucksack-Wanderer

      

B) Ausrüstung     

- Rucksack -  Treckingrucksack (nicht zu groß, max. 50 Liter ) mit Halterung für Wasserflaschen. Wichtig ist ein gutes Tragesystem

- Tasche  -  Tasche aus stabilem Material, die wenig Platz braucht, leicht ist und abends auch als "daypack" dienen kann.

- Schlafsack  -  je nach Jahreszeit mindestens einen leichten Schlafsack fürs Schlafen in der Herberge. im Hochsommer reicht vielleicht auch ein Jugendherbergs-Schlafsack allerdings sind hier die Betten oft voll.

- Wasserflasche - unzerbrechliche Flasche (1-1,5 l)

- Taschenlampe - optimal sind Stirnlampen  

- Taschenmesser  -  mit Korkenzieher und Dosenöffner

- Hand-Waschmittel - für die Handwäsche zwischendurch  

- Wäscheklammern - sind oft ganz praktisch zu haben - alternativ sind Sicherheitsklammern eine super Idee !!! klein und leicht und man kann die Wäsche damit sogar außen am Rucksack festmachen, falls sie nicht rechtzeitig getrocknet ist.

- Toilettenartikel :

  - Duschgel / Shampoo, Zahnbürste und -Creme, Zahnseide

  - Rasierzeug / Haarbürste / Nagelzwicker, sonstiges.....

  - mittelgroßes Handtuch (Microfaser ist leichter)

- Sonnencreme  - für's Gesicht und Nase + unbedeckte Körperteile

- Hirschtalg - gut gegen Blasen / jeden Tag die Füße damit eincremen, das macht die Haut elastisch und belastbar

- Oropax - zum Schlafen in der Herberge  

- Beutel  -  Nützlich sind leichte Stoff-Beutel in denen man die Ausrüstung im Rucksack sortieren kann. Man hat mehr Übersicht und ist schneller beim Packen. ( KEINE Tüten !!! die Rascheln )

- Wanderführer -  (Detail-Wanderkarten sind für den Camino Frances nicht nötig)

- Apotheke :

  - individuelle Medikamente

  - Magnesium für Muskelkrämpfe

  - Elektrolyt-Pulver für's Schwitzen oder Durchfall

  - Wunderversorgung / Binden für Erstversorgung bei Schürf- oder Kratzwunden.  

  -  ein paar Blasenpflaster für den Anfang / in Spanien gibt es ein reichhaltiges Angebot an verschiedenen Pflastern.

  

c) Sonstiges     

- Teleskopstöcke / Wanderstock  -  mit 2 x Teleskopstöcken ist es vermutlich am Besten ; Den klassischen Pilgerstab gibt es vor Ort ; Viele Leute laufen ganz ohne Stöcke

- Isomatte - nur, wenn man notfalls auch mal draußen schlafen will. In den Sommermonaten Juli + August ist Hochbetrieb und die Herbergen sind oft voll. Hier ist eine Isomatte zu empfehlen.  

- Notizbuch + Kugelschreiber - für Notizen und damit man die Adressen von Pilgerfreunden notieren kann, z.B.: Moleskine:(gebundenes Notizbuch) ; Pilgernotizbuch: (mit Zitaten+Bildern) ; !!! ein kleines Schulheft tut es auch und ist noch leichter.  

- Adressenliste - zum Postkarten schreiben  

- Kochausrüstung -  1x unzerbrechliche Tasse für Tee/Kaffee ; Töpfe, Pfannen, Geschirr und Gewürze gibt es in den meisten Alberguen ... (also keine Kochausrüstung notwendig) ; evtl. Salz und Pfeffer und ein Brett'l für die Brotzeit

- Foto + Ladegerät -  mit ausreichend Speicherkarten (sind daheim billiger)  

- Handy + Ladegerät -  Informieren Sie sich über die Auslandsgebühren Ihres Handys. Eine gute Idee ist, sich in Spanien eine spanische Prepaid-Karte zu besorgen. Das ist vor Ort viel billiger und keine "teuren" Anrufe von daheim.  PS: Viel besser finde ich es ohne Handy  

- Reisewecker - möglichst leicht  

- Pfefferspray - Hatte ich dabei und nie gebraucht und auch nie in der Hosentasche, wenn ich es gebraucht hätte. Für Leute, die daheim ständig von Hunden angefallen werden, kann es wohl sinnvoll sein, für alle anderen nicht.  

- Einen Stein  - von daheim... zum Ablegen am Cruz de Ferro

- Pilger - Sprachführer (Buch bei Amazon) Wer Spanisch spricht hat es gut ... aber auch wer es nicht kann sollte zumindest versuchen ein paar Brocken Spanisch zu lernen. In Geschäften und Bars wird zumindest erwartet, dass man "Grüßen" "Danke und Bitte" sagen kann und sein Essen / Kaffe benennen kann .... also wenigstens einen Mini-Sprachführer einpacken.  

      

d) Geld und Papiere

- Pilgerpass - kann man sich von daheim organisieren, gibt es aber ohne Umstände und billiger direkt vor Ort in den Herbergen, etc. ....

- Geld - Geld wie daheim, mit der EC-Karte aus den Automaten holen .... man sollte aber wissen, das man Gebühren zahlt. Mir hat die Bank bei jeder Abbuchung von Spanien EUR 4,-- Gebühren berechnet.

Falls die EC-Karte beschädigt ist, dann bekommt man kein Geld !!! Eine Kreditkarte als Reserve ist sinnvoll.  

- Krankenschein - Laut Auskunft meiner Krankenkasse sollte man seine Krankenkassenkarte mitnehmen, eine Abrechnung darüber ist jedoch in den meisten Fällen unwahrscheinlich, da man im Ausland als Privatpatient betrachtet/abgerechnet wird.

Unbedingt zu empfehlen ist daher eine zusätzliche Auslands-Reisekrankenversicherung, die von vielen Versicherungsanbietern, Ihrer Krankenkasse selbst, beim ADAC oder auch von Kreditkartenunternehmen angeboten wird).

- Papiere   Pass und Reisedokumente (z.b. Rückfahrticket) sollte man besser in Kopie 1x im Rucksack und 1x Zuhause deponieren, so hat man sicher und schnell Zugriff.  

    Anmerkung Sicherheit:

Man befindet sich meist unter Pilgern und ist dabei sehr sicher, aber es gibt immer schwarze Schafe oder Fremde, die in die Herberge gelangen können. Also sollten Sie auf dem Camino die selbe Vorsicht walten lassen, wie bei einem Spanien-Urlaub.

Gelegenheit macht Diebe !!!

 

d) Training     

- Vor der Reise sollte man das Gehen mit dem Rucksack trainieren und den Rucksack schon mal ein paar Mal für kurze und längere Strecke zur Probe tragen. Das ist ein gutes Training für die Schultermuskulatur und auch für die Beine, die durch den Rucksack beim Gehen statisch anders belastet werden.

- Die Schuhe sollten natürlich auch schon - und gleich mit den richtigen Socken - getestet und eingelaufen sein.  

      

e) Blasen-Vorsorge   

- Erstaunt mußte ich auf dem Jakobsweg feststellen, dass viele Menschen mit Blasen an den Füßen keine Erfahrung haben.

- Als erstes gilt: SOBALD man beim Laufen spürt, dass etwas drückt oder stört ... sofort handeln ... Socken und Schuhe kontrollieren und gegebenenfalls die kritische Stelle mit Pflaster oder Tape abkleben, damit kann man die Blase oft noch abwenden.

 

f) Bänder & Sehnen   

- Zu guter Letzt noch ein Tipp der auf dem Camino die Runde machte - zumal ja alle irgendwie lädiert waren: Ganz wichtig für die Bänder und Sehnen ist, ausreichend zu trinken. Bei heißem Wetter ist das natürlich noch viel wichtiger.

- Wer auf seine Trinkmenge aufpaßt, kann evtl. Probleme vermeiden, bzw. wer Bänderprobleme hat, sollte sich über seine tägliche Trinkmenge Gedanken machen.

- Je nach Temperatur: 2,5 bis 5 Liter / Tag sollten es schon sein.

- Zumal man ja nachts im Stockbett nicht gerne aufsteht, sollte man wenigstens tagsüber versuchen, die Trinkmenge zu erreichen.

 

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                                                                       21/03/2011

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