Pilgertips (Paderborn)

 

                                                             Pilgertips : Paderborn      

                                   http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Pilgertips.html

 

    Pilgertips PDF

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Pilgerausweis / Compostela / Pilgerführer / Pilgersaison / Vorbereitung / Herbergsregeln / Gelddinge / Ausrüstung / Trinken, trinken / Weh-Wehchen / Krisen / Fahrradpilger / Telefon / Zelten / Hunde /

Hin- und Rückreise / Gepäck nach Santiago vorausschicken  

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Der Tourist verlangt, der Pilger dankt!

- Bedenken Sie bitte, daß ihre Pilgerfahrt erst durch den selbstlosen Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer möglich wird.

- Bitte gleich an Ort und Stelle Schließung oder Neueröffnung von Herbergen und deren Zustand aufschreiben und mir zuschicken.

- Ganz wichtig sind die saisonalen Öffnungszeiten der Herbergen und deren Tel.-Nr.! Manche Herbergen sind ganzjährig und andere nur einige Monate im Sommer geöffnet. Die Angaben hierzu widersprechen einander teilweise. Ebenso gibt es unterschiedliche oder fehlende Angaben zu den Tel.-Nr. Die Ihnen nachfolgenden Pilger werden für korrekte Infos dankbar sein.

Für den Fall, daß Sie mal in der Herberge keinen Platz finden, sind (soweit bekannt) Ausweichquartiere in kleinen Pensionen (Hostales) oder Hotels angegeben. Bei den größeren Städten konnte ich natürlich nur eine willkürliche Auswahl treffen.

- Bitte haben Sie Verständnis, daß ich bei den Unterkünften in den Hostales und Hotels keine Preise angegeben kann. Die Preise sind saisonal unterschiedlich und ändern sich ständig von Jahr zu Jahr. Selbst innerhalb eines Hauses gibt es Preisunterschiede je nach Größe, Ausstattung und Komfort des Zimmers, Einzel- oder Doppelzimmer oder gar Mehrbettzimmer, mit eigener Naßzelle oder GemeinschaftsDusche/WC auf dem Flur, mit oder ohne Frühstück usw. Bei kleineren Betrieben werden die Preise manchmal je nach geschätzter finanzieller Leistungsfähigkeit des Pilgers durch den Inhaber spontan festgesetzt. Und das wichtigste: Wie soll ich bei der riesigen Anzahl unterschiedlicher Unterkünfte an die Preise herankommen und sie stets aktuell halten? Unmöglich!!

- Regelmäßig gibt es eine Neuauflage, in die die Erfahrungen und Hinweise der zurückgekehrten Pilger eingearbeitet werden.

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Pilgerausweis (Credencial)

- Unverzichtbar ist auf jeden Fall der Pilgerausweis (Credencial)!

- Rechtzeitig (ca. 4 Wochen vor Ihrer Abreise) besorgen! In den Herbergen erhalten Sie ohne diesen Pilgerausweis keine Unterkunft!!

- Hier können Sie ein Formular herunterladen, mit dem Sie den erforderlichen Pilgerausweis (Credencial) und Unterkunftsverzeichnisse für verschiedene Caminos sowie Ihre Pilgermuschel (Jakobsmuschel) online oder per Post bei unserem Pilgerbüro bestellen können.

- Bestellformular hier herunterladen

http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Formulare/Bestellformular.doc

- Bitte schicken Sie uns Ihre Bestellung bereits einige Wochen vor Ihrer Abreise per Post oder besser per Mail zu. Sie ersparen damit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in unserem Pilgerbüro viel Streß!

- Schicken Sie Ihr Bestellformular bitte nicht an Jochen Schmidtke sondern nur an unser Pilgerbüro!

Jochen hat keine Materialien. Die hat nur unser Pilgerbüro!

- Besorgen Sie sich für Ihr Credencial eine wasserdichte Hülle (z.B. Toppits Ziploc-Gefrierbeutel – die gibt’s z.B. bei Schlecker). Das sind mit Reißverschluß versehene Gefrierbeutel. Es wäre doch schade, wenn der Pilgerausweis mal naß würde und die auf dem Weg gesammelten dekorativen Stempel verlaufen.

Das „Credencial” ist der Nachweis für die Ausstellung der „Compostela” am Ende der Pilgerfahrt in Santiago de Compostela.

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Compostela

- Diese begehrte Pilgerurkunde erhalten die Pilger im Pilgerbüro neben der Kathedrale in Santiago, wenn sie mindestens die letzten 100 km zu Fuß bzw. 200 km vor Santiago mit dem Pferd oder Fahrrad auf welchem Camino auch immer zurückgelegt haben (auf dem Camino Francés also ab Sarría bzw. ab Ponferrada). Nachweis über die Stempel im Credencial.

- Verlautbarung des Pilgerbüros in Santiago zu Credenciál und Compostela

http://www.archicompostela.org/peregrinos/Aleman/La%20Compostela.htm

- Für die Ausstellung der Compostela werden nur die Stempel auf diesen letzten 100 km (bzw. 200 km) gewertet. Wer eine längere Strecke auf dem Camino zurücklegt und unterwegs viele der manchmal recht dekorativen Stempel sammeln will, sollte sein Credencial durch Einkleben „verlängern” oder sich ein zweites Credencial in den Herbergen der größeren Städte besorgen. Die Stempel erhalten Sie in den Refugios, Klöstern und Kirchen unterwegs und manchmal werben auch Bars mit schönen Stempeln. Achten Sie darauf, daß das jeweilige Tagesdatum (fecha) eingetragen wird.

- Achtung! Weil immer mehr Bus- oder Autotouristen versuchen, sich die Compostela zu erschleichen, überprüft das Pilgerbüro in Santiago vor Erteilung der Compostela die Stempel im Pilgerausweis genauer. Deshalb sind bei Pilgern, die ihre Pilgerung erst auf den letzten 100/200 km vor Santiago de Compostela beginnen, 2 Stempel pro Tag erforderlich. Für Pilger, die ihre Pilgerung außerhalb des 100/200 km-Radius beginnen, genügt weiterhin nur ein Stempel pro Tag.

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Pilgerführer

- Der Camino ist mit gelben Pfeilen liebevoll und meist sehr gut markiert. Wenn Sie die Augen offenhalten, werden Sie sich nicht verirren. Eigentlich bräuchten Sie deshalb keinen Wanderführer.

- Es werden im Zuge des Pilgerbooms inzwischen grottenhaft schlechte Pilgerführer auf den Markt geworfen. Schlecht recherchiert und mit teilweise veralteten Infos zu den Unterkünften.

- Die beiden nachfolgenden Pilgerführer kann ich uneingeschränkt zum Mitnehmen empfehlen:

Entweder das Outdoor-Buch Nr. 23 „Jakobsweg - Camino Francés” von Raimund Joos. Am Anfang eines jeden Jahres kommt eine aktu­ali sierte Aus gabe heraus.

oder

„Spanischer Jakobsweg” von Cordula Rabe aus dem Rother-Verlag. Diese Buch wird im Rhytmus von 2 Jahren aktualisiert herausgegeben.

Achten Sie also beim Kauf auf das Ausgabejahr!

- Beide enthalten ausführliche und zuverlässige Wegbeschreibungen und Höhenprofile und Kartenskizzen zu den einzelnen Etappen, die jedoch recht grob sind und nur der groben Orientierung dienen. Auch enthalten sie kulturelle Infos (allerdings nur in Kurzform) und passen in jede Hosentasche.

- Für kulturell Interessierte:

Der „Praktische Reiseführer für den Pilger” von José María Jaén aus dem Everest-Verlag ist als Wanderführer weniger gut und auch weniger aktuell, bietet jedoch recht ausführliche Informationen zu Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten am Jakobsweg. Ist aber mit ca. 680 Gramm viel zu schwer zum mitschleppen. Ich empfehle, die einzelnen Seiten mit den Geschichts- und Kultur-Infos herauszureißen und mitzunehmen. Die einzelnen Blätter kann man dann nach und nach wegwerfen. Die Wegebeschreibung ist weniger gut. Recht praktisch sind aber die beigefügten einzelnen Kartenblätter in einer separaten Klarsichttasche.

- Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß unser „Gelbes Heft” kein Pilgerführer ist!! Es ist lediglich ein Unterkunftsverzeichnis! (ca. 65 gr.) Es wird ständig mit Infos zurückkehren­der Pilger über neu entstandene Herbergen aktualisiert und ist daher aktueller als alle im Buchhandel erhältlichen Pilgerführer und weist zudem noch viele Alternativunterkünfte (Hostales, Pensionen und Hotels) auf. Damit sind Sie bei der Unterkunftsuche allen Mitpilgern immer eine Nasenlänge voraus. Sie sollten es also zusätzlich zu Ihrem Pilgerführer mitnehmen.

- Zur Einstimmung empfehle ich das Buch „Jakobsweg – Wandern auf dem Him mels­pfad” von Carmen Rohr bach. Die Verfasserin ist bekennende Atheïstin und hat viel leicht gerade deshalb die Stimmung auf dem Camino so gut getroffen. Einschränkung: Frau Rohr bach ist den Camino 1990 gegangen. Seither hat sich auf dem Wege sehr viel verän dert. Leider nicht nur zum Positiven!

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Pilgersaison

- In den Monaten Juli und August sind die spanischen Ferien. Dann sind auch viele Spanier unterwegs und viele Herbergen überlaufen und es findet unter wegs ein regelrechter Wettlauf um die Betten statt. Besonders auf den letzten 100 km (Camino Francés ab Sarría)!

- Statistik : http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Statistik.htm

- Sie sehen in der Statistik (2009) daß 42,1% aller Pilger (die meisten sind Spanier) in den Monaten Juli und August gehen. Der Weg und die Herbergen sind in diesen Monaten dementsprechend voll. (Es gibt aber in letzter Zeit einen Trend, daß viele Pilger die stark frequentierten Monate Juli und August meiden und auf die anderen Monate ausweichen.)

- Außerdem kann es sehr heiß werden. Es empfiehlt sich daher, außerhalb dieser Monate zu gehen. Andererseits sind in den Wintermonaten viele Herbergen geschlossen.

- Soweit Infos dazu verfügbar waren, sind die saisonalen Öffnungszeiten der Herbergen in unserem Unterkunftsverzeichnis angegeben. Pilger, die vor dem 15. Juni und nach dem 15. September unter wegs sind, sollten sich vor dem Abmarsch vergewissern, ob die Herberge am Zielort (beson ders in den kleineren Orten) tatsächlich geöffnet hat.

- Winterpilger Achtung! Auch wenn in meinem Unterkunftsverzeichnis angegeben ist, daß die Herberge ganzjährig geöffnet hat: Besonders die Betreiber der kleinen Herbergen öffnen die Herberge im Winter manchmal nur je nach Tageslaune.

- Im Herbst und Winter und im frühen Frühling können Sie bei den Gebirgspassagen und in der ca. 850 m hohen Hochebene „Meseta” zwischen Burgos und León Probleme mit Kälte und Schnee und im Sommer mit Hitze bekommen!

- Von Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPdP) bis Santiago (SdC) braucht man je nach Kondition 5-6 Wochen. Wenn Sie also Mitte Mai in SJPdP losgehen sind Sie Ende Juni in SdC. Also kurz vor dem „großen Run”!

In den spanischen Ferien (Juli/August) sind ab León alle Refugios über laufen.

- Viele Pilger beginnen ihre Pilgerfahrt in den großen Städten Pamplona, Burgos, León. Und das am Wochenende. Entsprechend voll sind dann die Herbergen in diesen Orten.

- Tip: Planen Sie Ihre Etappen (zumindest in der Hauptpilgerzeit und an den Wochenenden) so, daß Sie nicht in den großen Städten übernachten müssen. Im Dorf davor oder dahinter gibt es deutlich eher freie Betten!

- Da man als Fußpilger nur die letzten 100 km (= 4 – 5 Tage) auf dem Camino zurücklegen muß, um die Voraussetzungen für die Compostela zu erfüllen, gibt es sehr viele 100 km–Läufer, die nur das letzte Stück (auf dem Camino Francés also ab Sarría) laufen. In den Sommermonaten sieht es auf diesem Streckenabschnitt manchmal wie auf einem Volkswandertag aus.

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Vorbereitung

- Bereiten Sie sich auf Ihre Pilgerreise gründlich vor. Der Camino ist kein Spaziergang!! Es geht auf rund 800 km (das sind rund 1,2 Millionen Schritte!!) meist über schroffe Gebirgspfade, Trampelpfade, Wirtschaftswege und manch mal leider auch an vielbefahrenen Staatsstraßen entlang. Mehrere (manch mal recht hohe) Gebirge sind zu überque­ren. Auch kommen Sie durch verschiedene Klimazonen. Beginnen Sie bereits im Winter, sich mental auf Ihren Camino vorzubereiten. Stimmen Sie sich mit Büchern über den Camino ein. Es gibt inzwischen sehr viel (mehr oder weniger gute) Literatur zum und über den Camino.

- Mit seinem Buch „Pilgern” gibt Raimund Joos, der Verfasser mehrerer Pilgerführer wertvolle Tips zur Vorbe­reitung der Pilgerreise.

- Alles was Sie auf dem Camino im Rucksack mit sich tragen wollen, benötigen Sie in Ihrem Alltag zuhause nicht. Sie können also Wochen voraus ihren Rucksack so vollständig packen, wie Sie ihn auf dem Camino tragen wollen. Beginnen Sie bereits einige Wochen vor der Abreise Ihr intensives Training mit vollem Gepäck und in den Schuhen, die Sie auf dem Camino tragen wollen. Auch wenn es doof aussehen mag: Machen Sie Ihre Abendspaziergänge und Ihre Wochenendwanderung mit dem fertig gepackten Rucksack und in den Schuhen, die Sie auf dem Camino tragen wollen. So können Sie fest­stellen, ob Sie richtig gepackt haben. Auch Ihre Wanderschuhe laufen Sie dabei gut ein. Außerdem gewöhnt Ihr Körper sich an das Gepäck auf dem Rücken.

- So tragen Sie Ihren Rucksack richtig:

http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Nebenseiten/Rucksack_tragen.html

- Besuchen Sie rechtzeitig vor der Abreise Ihren Zahnarzt. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen, ob Sie sich diese Strapazen zumuten können (Wenn ich Strapazen sage, dann meine ich es auch so!!).

- Seien Sie bei der Festlegung Ihrer Tagesetappen nicht zu ehrgeizig! 20 km Tagesleistung mit vollem Gepäck können je nach Geländestruktur, Wegebeschaffenheit, Wind und Wetter sowie persönlicher Tagesform schon eine recht stramme Leis tung sein. Sie wollen doch nicht über den Camino hetzen!

- Ein Experte zur täglichen Marschleistung

http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Nebenseiten/Kilometer_pro_Tag.html

- Wenn Ihre Urlaubstage knapp sind, überlegen Sie, ob es dann nicht besser ist, trotz der langen Anfahrt den Camino in 2 oder mehreren Jahres­etap­pen zu machen.

- Wenn Sie vor Antritt Ihrer Pilgerfahrt einen spa­nischen Sprachkursus belegen, bereichern Sie Ihre Erfahrungen auf dem Camino beträchtlich. Wie schön ist es doch, wenn Sie mit den Einheimischen Kontakt aufnehmen können.

- Unbedingt sollten Sie ein kleines Wörterbuch für die Hosen­tasche oder gleich den Kleinen Pilgersprachführer von Raimund Joos mitnehmen.

- Mit Englisch werden Sie unterwegs bei den Einheimischen wenig Glück haben. Eher mit Französisch. In den Herbergen finden Sie aber immer jemanden, der Englisch oder vielleicht sogar Deutsch spricht.

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Herbergsregeln

- Die Zuteilung der Schlafplätze in den Herbergen erfolgt nach dem „Wind­hund-Prinzip” d.h. in der Reihenfolge der Ankunft. Reservierun­en sind ausgeschlossen (Manche privaten Herbergen halten sich aber nicht an diese Regeln und nehmen Reservierungen an). Das bedeutet, daß die jungen und kräftigen Pilger (und die Radfahrer, die eigentlich erst nach 18:00 h eingelassen werden sollten) die Betten oft schon belegt haben, wenn die älteren und nicht so schnellen Fußpilger eintreffen. Das sind aber nun mal die Regeln.

- Die Unterkunft in den Pilgerherbergen ist immer nur für eine Nacht. In Fällen von Krankheit oder höherer Gewalt maximal 3 Nächte.

- Pilger, die ein Begleitfahrzeug zum Transport ihres Gepäcks benutzen, verstoßen gegen die Regeln und sind nicht berechtigt, in den Refugios zu übernachten! Erst recht ist untersagt, daß die Fahrer von Begleitfahrzeugen in den Refugien die Betten reservieren und evtl. gar selbst dort übernachten. „Dagegen wird aber leider oft verstoßen. Es ist sogar zu beobachten, daß sog. ‚Autopilger’ sich ein Bett in den Pilgerherbergen erschleichen.”(4)

- Falls Sie Mitglied im Deutschen Jugendherbergswerk sind, nehmen Sie Ihren JH-Mitgliedsausweis mit. Es gibt einige Jugendherbergen auf dem Camino. In den Jugendherbergen des Internationalen Jugendherbergswerkes darf man nur mit Jugendherbergsausweis übernachten. Soweit ich weiß, akzepieren die Jugendherbergen auf dem Camino auch das Credencial. Was viele nicht wissen: Auch als älterer Mensch darf man in Jugendherbergen übernachten sofern man einen Jugendherbergsausweis hat.

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Geld

- So traurig es ist: Es kommt gelegentlich zu Diebstählen unterwegs und sogar in den Herbergen. Die Pilger sind für die Kleinkriminellen ideale Opfer: Sie sind in ihrer Euphorie allzu vertrauensselig bis leichtsinnig gegen jedermann und vergessen oder verdrängen das gesunde Mißtrauen. Ganoven verkleiden sich als Pilger und mischen sich unterwegs und in den Herbergen unter die Pilger um sie zu bestehlen. Ich habe aber auch gehört, daß die Guardia Civil sich eben­falls als Pilger verkleidet und unter die Pilger mischt, um die Ganoven zu fangen. Hin und wieder sieht man unterwegs Steckbriefe von solchen Ganoven.

- Tragen Sie Ihre wichtigen Dokumente, Ausweispapiere, Flugkarten, Bargeld und besonders die Sparkassen- und Kreditkarten in einer (wasserdichten) Bauchtasche unter Ihrer Kleidung. Nie in einer Gürtel bzw. „Känguruhtasche” vor dem Bauch. Die Diebe vermuten als erstes, daß Sie Ihre Wertsachen hier aufbewahren. Die offen getragene „Känguruhtasche” vor dem Bauch ist ihnen ruckzuck abgeschnitten. Tragen Sie Ihre Bauchtasche auch in der Nacht im Schlafsack an Ihrem Leib. Lassen Sie Ihre Bauchtasche und Ihre Wertsachen (Fotoapparat usw.) NIE im Schlafsack, selbst wenn Sie nur mal eben auf die Toilette oder zum Duschen gehen!! Das ist ein alter Trick und dort suchen die Diebe zuerst! Nehmen Sie also Ihre Bauch­tasche und Ihre Wertsachen auch auf die Toilette und in die Duschkabine mit! Lassen Sie niemals ihren Rucksack unbewacht vor der Bar stehen, auch wenn Sie nur mal schnell auf die Toilette gehen! Wenn Sie zurückkommen, ist der Dieb mit Ihrem Rucksack meist schon über alle Berge.

- Man muß auch feststellen, daß Pilger neben Bargeld, Schecks, Geldkarten und Kreditkarten viele für Diebe attraktive Dinge bei sich haben: Mobiltelefon samt Ladegerät, einen teuren Fotoapparat, einen meist recht teuren Rucksack, einen ebenso meist teuren Schlafsack, teure Funktionsbekleidung, hoch­ertige Schuhe usw. Alles Dinge, die man gut verscherbeln kann. In OutdoorLäden und Schlüsseldiensten gibt es Zahlenschlösser, bei denen man die Zahlenkombination (z.b. Ihren Geburtstag) selbst einstellen kann, in Kombination mit hochflexiblen Stahlseilen. Damit kann man sein Gepäck bei einer Rast oder in der Herberge an einen festen Gegenstand anschließen und so gegen den schnellen Diebstahl schützen. Diese Schlösser können Sie auch in Ihrem Alltag gut gebrauchen.

- Fahrradfahrer sollten besonders vorsichtig sein: Mit ihrem meist hochwertigen Fahrrad und den gefüllten Packtaschen stellen Sie dem Dieb sogar das Flucht- und Transportfahrzeug bereit!

Diebstahl auf dem Camino : http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Nebenseiten/Diebstahl.html

How to Avoid Theft (Englisch) : http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Nebenseiten/Theft.html

- Tragen Sie nur den Tagesbedarf an Bargeld in ihrer Geldbörse. Mit der EC-Karte erhalten Sie problemlos Bargeld an den Automaten. Diese gibt es aber nur in den größeren Orten. Deshalb empfiehlt es sich, immer eine ausreichende Menge Bargeld dabei zu haben.

- Holen Sie nach Möglichkeit nur Geld aus den Automaten, wenn die Bank geöffnet hat (Öffnungszeiten Mo-Fr 9:00-14:00h). Dann können Sie bei Fehlfunktion des Automaten gleich in der Bank reklamieren. Als ich einmal Geld am Automaten abholen wollte, ist der Apparat mitten im Vorgang abgestürzt. Meine Karte blieb auch drinnen. Da ich ja nur während der Öffnungszeiten der Bank den Automaten bediene, konnte ich sofort einen Bankangestellten alarmieren, der meine Karte aus dem Automaten holte. Was wäre, wenn das an einem Freitag abend geschehen wäre? Ich hätte bis zum Montag warten müssen! Verlassen Sie sich aber nicht ausschließlich auf die EC-Karte! Nehmen Sie vorsorglich für den Notfall noch EuroReiseschecks in ausreichender Höhe mit. Falls Sie diese nicht einsetzen müssen, können Sie die für die nächste Reise aufbewahren oder wieder einlösen. Die geringe Gebühr dafür (1% des Wertes) sollte es Ihnen wert sein!

- !! Nichts ist schrecklicher, als in der Fremde ohne Geld dazustehen !!

- Pech am Geldautomaten : http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Nebenseiten/Geldautomat.html

- Vorsicht beim Geldkarten­gebrauch (VISA, Master- und Eurocard) in ganz Spanien! Im Hotel- und Gaststättengewerbe ist eine Mafia aktiv, die Daten von Geldkarten kopiert und umgehend neue Karten anfertigt, mit denen die Konten abgeräumt werden. Auch Falschgeld ist in Spanien und Portugal ein Problem. Die Fälschungen sind sehr gut gemacht und nur mit einem Prüfgerät zu erken­nen.

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Ausrüstung

- Nehmen Sie lieber etwas zuwenig als zuviel mit. Sie glauben nicht, auf wie viele scheinbar unverzichtbare Dinge Sie verzichten können. Denken Sie daran, daß Sie alles über viele Kilometer bergauf- bergab auf dem Rücken schleppen müssen! Und das über 800 km! Wenn Sie unterwegs erkennen, daß Sie einen Ausrüstungsgegenstand wirklich dringend brauchen, können Sie diesen in den Städten am Wege kaufen. Sie gehen ja nicht in die Sahara!

- Legen Sie jedes einzelne Teil auf Ihre Küchenwaage und entscheiden Sie, ob Sie es mitnehmen oder nicht oder ob es auch ein leichteres Teil tut. Nehmen Sie Ihre Kosmetik- und Hygiene-Artikel nur in Kleinstpackungen (wie man sie in Drogerien und Apotheken als Proben geschenkt bekommt) mit. Wenn die Packungen aufgebraucht sind, können Sie den Vorrat in den nächsten Städten ja wieder aufstocken.

- Geizen Sie mit jedem Gramm! Das Gewicht des voll gepackten Rucksackes (ohne Verpflegung und Wasser) sollte maxi­mal 10% des Körpergewichts betragen! Ich weiß, das ist wenig, aber möglich. Ein zu schwerer Rucksack kann einem den ganzen Camino vermiesen!

- Packliste von Rudolf Fischer Mit wie wenig man auskommt!

http://www.rudolf-josef-fischer.de/pilgerseiten/packliste.html ; und auch hier : ZF1.03.eqlist.Fischer_de.htm

- Ich habe auf meinen drei Caminos und während meiner Zeiten als Hospitalero in Pamplona genügend Pilger gesehen, die wegen körperlicher Probleme einige Tage aussetzen oder gar die ganze Pilgerfahrt abbrechen mußten (Ursache meist zu ehrgeizige Tagesetappen und/oder zu viel Gepäck!).

- Ein Schlafsack ist unbedingt mitzunehmen. In manchen Refugios gibt es keine Decken.

- Winterpilger Achtung! Unbedingt einen warmen (bis 0°C) Schlafsack mit­nehmen. Nur wenige Herbergen, die im Winter geöffnet haben, sind auch geheizt! Andererseits empfehlen erfahrene Wanderer in den Sommermonaten einen dünnen Seidenschlafsack. Wenn es mal kalt werden sollte, kann man ja in voller Montur in den Schlafsack schlüpfen.

- Welcher Schlafsack?

http://www.amr-outdoorwelt.de/Shop/info/info_schlafsaecke.htm

- Hygienebewußte sollten ein leichtes Spannbettuch mitnehmen. Vor Ihnen haben schon viele Leute auf der gleichen Matraze genächtigt!

- Wenn Sie nicht gerade in den Hauptpilgermonaten Juli und August gehen, brauchen Sie keine IsoMatte mitzunehmen. Selbst wenn Sie mal kein Bett bekommen, wird sich meist eine Matratze finden auf der Sie auf dem Fußboden schlafen können. Und wenn wirklich mal alle Stricke reißen, können Sie einen Mitpilger, der ein Bett bekommen hat, um seine IsoMatte für die Nacht bitten.

- Der Alpenverein empfiehlt dringend, auf Bekleidung in „Tarnfarben” zu verzichten. Ein verunglückter Wanderer an unwegsamer Stelle in grellen Leuchtfarben ist im Notfall leichter zu entdecken.

- Tragen Sie unterwegs die Jakobsmuschel sichtbar. Sie öffnet Ihnen viele Herzen und Türen.

- Ohrenstöpsel sind wichtig! Sie glauben nicht, welch kräftiges Schnarchkonzert die Pilger in der Nacht veranstalten! Evtl. auch eine Augenbinde wie man sie aus dem Flugzeug kennt. Bereits gegen 4:30 h beginnen die ersten Wecker zu klingeln und die ersten Leute stehen um diese Uhrzeit tatsächlich schon auf und beginnen ohne Rücksicht auf die Schläfer sich fertig zu machen und zu packen.

- Praktisch sind 2 Leinenbeutel für die Wäsche. Einen für die saubere und den anderen für die schmutzige Wäsche. Das hält nicht nur Ordnung im Rucksack, die gefüllten Beutel kann man notfalls auch als Kopfkissen benutzen.

- Zwei dünnere Pullover wärmen besser als ein dicker. Man ist damit auch flexibler. Praktisch ist eine stabile Trekking-Hose mit abnehmbaren Hosenbeinen und vielen geräumigen Hosentaschen. (Traveller Shops bzw. Sport­geschäfte)

- Allgemein wird von Jeans abgeraten. Die sind schwer und trocknen nur langsam. Außerdem scheuern die dicken Nähte.

- Eine leichte Schirmmütze mit Ohren- und Nackenschutz gegen die Sonne, wie die Fremdenlegionäre sie tragen, ist vielleicht prakti­cher als ein sperriger Hut.

- Auf einen besonderen Nachtanzug können Sie verzichten. Tragen Sie als Nacht­anzug Ihr T-Shirt und die Unterhose, die Sie am nächsten Tag tragen wollen. Die T-Shirts sollten besser nicht weiß sein.

- Für kalte Tage sollten Sie Beinlinge und Armlinge (wie die Radsportler sie tragen) mitnehmen. Fragen Sie danach in Radsport­geschäften. Das sind quasi „abgeschnittene” Hosen­beine bzw. Ärmel. Die wiegen fast nichts, werden Ihnen aber bei Kälte nützlich sein. Damit verwandeln Sie Ihr kurzärmliges T-Shirt in ein langarmiges Hemd und Ihre kurze Unterhose in eine lange Unterhose. Wichtig ist auch, daß die Unterhose keine dicken Nähte im Schritt hat!

- Schuhe: gut eingelaufene nicht zu schwere knöchelhohe Wander­schuhe 1½ -2 Nummern größer als die normale Schuhgröße!! Am Abend kaufen, da dann die Füße dicker sind.

- Zusätzlich stabile Sandalen. Tip: Teva, Modell Terra FI. Die Königsklasse! Es gibt sie in Damen- und Herrenausführung. Teuer, aber Sie werden lange Jahre auch in Ihrem Alltag Freude daran haben! Leider wiegt ein Paar rund 600 Gramm.

- Die meisten Rucksackreisenden haben solche Sandalen dabei. Damit können Sie sogar durch Wasser laufen.

Leichter sind die neuerdings erhältlichen Crocs Off Road-Sandalen. Die wiegen nur rund 350 Gramm das Paar.

Beide Arten von Sandalen erhält man in Wander- und Trecking-Läden.

- Ihre Füße werden es Ihnen danken, wenn Sie bei gutem Wetter und auf geeb­neten Wegen sowie in den Refugios und beim abendlichen Spaziergang durch den Ort mal die Wanderschuhe ausziehen und in die Sandalen schlüpfen können.

- Welches ist der richtige Schuh?

- Sehr wichtig sind faltenlos sitzende Strümpfe. Lassen Sie sich in einem Sportgeschäft beraten. Manche erfahrene Wanderer schwören auch auf Seidenstrümpfe unter den Wollsocken.

- Regenzeug! Besonders bei den Gebirgspassagen und in Galicien müssen Sie mit Regen rechnen.

Ein kräftiger Wanderstock ist auf schwierigen Gebirgspassagen aber auch auf den übrigen Strecken recht hilf­reich. Viele Pilger bevor­zugen sogar, mit zwei Teleskop-Stöcken zu gehen.

- Sonnenschutzmittel und Sonnenbrille sowie Lippen-Balsam nicht vergessen.

- Einige Müsliriegel als Notverpflegung sind recht kalorienreich, sättigend und nicht schwer zu tragen. Als Zwischenmahlzeit für unterwegs eignen sich auch Trockenfrüchte gut.

- Ein Taschenmesser (z. B. Victorinox Pick­nicker-W Best.Nr.0.8853.W.) mit ca. 8 cm langer feststellbarer Wellenschliff-Klinge, Kapselheber, Dosenöffner, Schraubendreher und Korkenzieher - für den Wein am Abend!

Nähzeug, Erste-Hilfe-Set, Reise-Waschmittel und eine lange Schnur als Wäscheleine mit Sicherheitsnadeln als Ersatz für Wäscheklammern. In vielen Herbergen finden Sie Waschmaschinen (aber kein Waschpulver! Viele Läden haben Waschmaschinenpulver in Kleinpackungen oder in Würfeln) und manchmal sogar Trockner. Allerdings sind die Geräte häufig defekt oder von anderen Pilgern bereits belegt. Nutzen Sie also sofort die Gelegenheit, wenn Sie auf eine funktionierende und noch nicht belegte Maschine treffen.

- Gut sind auch die besonderen Reisehandtücher, die man in Sportgeschäften bekommt. Sie sind leicht, platz- und gewichtssparend und trocknen schnell. Einfache Geschirrtücher tun’s aber auch.

- Eine kleine Packung Toilettenpapier. Oft ist kein Papier auf dem Klo!

- Nehmen Sie auch eine leichte Taschenlampe mit.

- Vergessen Sie nicht, von zuhause einen kleinen Stein mitzunehmen. Es ist Brauch, daß die Pilger diesen Stein auf den großen Steinhaufen mit dem eisernen Kreuz auf dem O´Cebreiro werfen als Symbol für ihre Sünden, die Sie hier abladen.

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Trinken, trinken, trinken!

- Viele gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache in zu wenig Trinken! Da es inzwischen unterwegs viele Brunnen und Wasser-Zapfstellen gibt, reicht eine 1-Liter-(PET)-Wasserflasche aus.

- Vorsicht an Brunnen! Die Brunnen innerhalb der Ortschaften sind meist an das örtliche Trinkwassernetz angeschlossen. Daraus können Sie unbesorgt trinken und Ihre Wasserflasche auffüllen. Anders bei Quellen in landwirtschaftlich genutzten Außengebieten. Die Bauern gehen sehr großzügig mit Pestiziden um. Entsprechend ist das Grundwasser belastet.

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Weh-Wehchen

- Nehmen Sie unbedingt die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) mit!

- Verkneifen Sie es sich, Ihre heißen Füße unterwegs im Wasser zu kühlen. Die Haut weicht auf und wird anfällig für Scheuerstellen und Blasen. Pflegen Sie Ihre Füße am Abend in der Herberge ausführlich.

- Ganz wichtig! Hirschtalg, erhältlich in Drogerien und Apotheken. Sehr beliebt bei Wanderern und Soldaten. Reiben Sie damit täglich am Morgen vor dem Abmarsch die Fußsohlen, Fersen und die Zehen (oben und unten und in den Zwischenräumen) und den Schritt (gegen den „Wolf”) ein. Wenn der Schaden bereits eingetreten ist, hilft es nicht mehr!

- Bei Blasen wird ein sog. „Wunder­pflaster” empfohlen. Es ist eigentlich kein Pflaster, sondern eine elastische Klebebinde’, die Fuß oder Bein besseren Halt geben soll. Sie heißt „Optiplaste®C”. Die Binde ist 2,50 m lang, und läßt sich bis zu 4,50 m dehnen. Auf mehreren Pilgertouren der letzten Jahre hat es sich bestens bewährt, vor allem bei sehr großen Blasen, wo „Compeed” nicht mehr hilft.

- Blasen aufschneiden führt fast immer zur Zwangspause. Auf rohem Fleisch kann man nicht laufen und muss warten, bis die Stellen verheilen (wenigstens 5 Tage). Das Aufstechen mit einer sauberen Nadel ist weniger gefährlich, muß jedoch regelmäßig wiederholt werden, da sie wieder voll laufen. Die Blasen trocknen innerhalb von 2 bis 3 Tagen aus, dann läuft es sich wieder besser. Zum Desinfizieren empfehle ich Jodsalbe, die brennt nicht so stark.

- Ein guter und ausführlicher Artikel zum Thema Blasen: Sack und Pack

http://sackundpack.de/article_info.php?articles_id=10!

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Krisen – körperlich und seelisch

- Wahrscheinlich werden Sie auf Ihrem Camino Krisensituationen durchstehen müssen! Da sitzen Sie vielleicht völlig erschöpft und naß und frierend, mit schmerzenden Gliedern und Blasen an den Füßen am Wegesrand und fragen sich: „Warum tue ich mir dieses alles nur an?”

- Lassen Sie sich davon nicht unter­kriegen! Das geht vorbei. In den nächsten Tagen werden Sie froh sein, daß Sie nicht aufgegeben haben. Die meisten Pilger berichten, daß sie unterwegs solche Krisen durchgemacht und auch wieder überwunden haben.

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Fahrradpilger

- Radfahrer sollen erst nach 18:00 h eingelassen werden. Häufig werden sie erst ab 19:00 h oder sogar erst ab 20:00 h eingelassen. Sie müssen daher fast immer mit Fußbodenplätzen vorlieb nehmen. Es wird wegen des Andranges für sie aber immer schwieriger, überhaupt in den Herbergen unterzukommen. Manche private Herbergen halten sich aber nicht an diese Regel und lassen Fahrradpilger schon früher ein.

- Weite Strecken des Camino sind mit dem Fahrrad nicht passier­bar. Sie müssen diese Strecken auf Land­straßen oder gar auf der stark befahrenen Staatsstraße zurücklegen.

- Wenn Sie Ihr Fahrrad eine Strecke mit dem Bus transportieren wollen, müssen Sie die Kette mit einem kräftigen Stück Plastik-Sack so abdecken, daß das Gepäck der anderen Passagiere nicht verschmutzt wird. Sonst nimmt der Busfahrer Ihr Rad nicht mit!

- Anmerkung von Michaela und Mario Reinhard aus Stein­heim: „Eine Pilgerfahrt per Fahrrad ist nicht zu empfehlen. Die schönen Strecken sind mit dem Rad meist nicht zu befahren und km um km auf den stark befahrenen Nationalstraßen abzuspulen ist weder schön noch besinnlich. Will man die Pilgerfahrt nutzen um zu sich selbst zu finden und um sich an der Natur zu erfreuen, sollte man auf alle Fälle zu Fuß pilgern.” Das ist auch meine Meinung: Per Rad wird der Camino „kastriert”.

- Die IBERIA transportiert wegen der gestiegenen Sicherheitsmaßnahmen Fahrräder nur noch zerlegt in einem Karton verpackt. Den Karton erhält man am Schalter der IBERIA.

- Planen Sie daher viel Zeit vor dem Abflug ein und halten Sie Ihr komplettes Werkzeug bereit.

- Die Fahrrad-Firma: Velocípedo, Rua de San Pedro 23 in Santiago Tel/Fax: 981-580260, Mail: info@elvelocipedo.com verpackt Ihr Rad in einem stabilen Rad­karton. Es wird auch englisch gesprochen.

- Mit geliehenem Fahrrad auf dem Camino: http://www.tournride.com/

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Telefon

- Wenn sie nicht in den Wintermonaten Pilgern, lassen Sie Ihr MobilTelefon besser zuhause. In den Unterkünften gibt es kaum Steckdosen und die wenigen sind meist schon mit anderen Ladegeräten belegt. Es schleichen sich auch Diebe in die Unterkünfte ein und diese wissen ganz genau, wo die Steckdosen sind und MobilTelefone einschließlich Ladegerät zum Stehlen bereit stehen. Außerdem müssen Sie weitere 300 Gramm mit sich schleppen!

- Kaufen Sie sich lieber in Spanien eine internationale Telefonkarte (Tabak- und Zeitschriftengeschäfte). Damit können Sie von jedem öffentlichen Telefon preiswert mit der Heimat telefonieren.

- Wenn Sie allerdings in den Wintermonaten oder auf den anderen nicht so stark begangenen Caminos pilgern, könnte ein Handy nützlich sein. Oft sind die diensttuenden Hospitaleros der Herbergen abwesend und müssen erst herbeitelefoniert werden.

Inzwischen gibt es genügend Internet Cafés (CyberCafés) auf dem Camino. Manchmal stehen sogar Internet-Auto­maten in den Herbergen. Auch von hier können Sie preiswert Kontakt mit der Heimat pflegen.

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Zelten

- Für Leute, die zelten wollen:

- Eine Liste mit Zeltplätzen auf dem Camino herunterladen

http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/Download/Zeltplaetze_am_Camino.pdf

- Rudolf Fischers Bericht zum Zelten auf dem Camino

http://www.rudolf-josef-fischer.de/pilgerseiten/Campieren.html

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Hunde

- Die Mitnahme Ihres Hundes ist unter den Pilgern – selbst bei Hundefreunden – sehr umstritten. Viele meinen, das sollten Sie sich und Ihrem Hund nicht antun. Hunde werden in den meisten Herbergen nicht eingelassen! Jedoch gibt es hin und wieder (meist private) Herbergen, die Unterbringungsmöglichkeiten für Tiere haben. Auch in Restaurants oder Bars müssen Sie meist Ihren Hund draußen lassen (wie häufig auch bei uns in Deutschland). In fast allen öffentlichen Verkehrsmitteln darf Ihr Hund nur in einem speziellen Transportbehälter im laut dröhnenden, dunklen und kalten Gepäckraum mitfahren. Wollen Sie das Ihrem Hund wirklich antun?

- Ihnen werden auch die (herrenlosen?) Dorfhunde auffallen, die Sie kläffend durch das Dorf begleiten. Gehen Sie stur weiter und kümmern Sie sich nicht um sie. Schauen Sie ihnen nicht in die Augen und fuchteln Sie nicht mit ihrem Stock herum. Die Hunde werden dadurch nur noch aggressiver. Wenn sie sich Ihnen mal zu bedrohlich nähern, tun Sie so, als ob Sie einen Stein aufheben und nach ihnen werfen. Die wissen, daß ein Steinwurf weh tut und werden respektvoll Abstand halten.

- Keinesfalls sollten Sie einen Bauernhof betreten, bevor Sie sicher sind, daß jemand den Hofhund in Schach hält. Der Hof ist sein Revier und er wird ihn verbissen verteidigen.

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Hin- und Rückreise

- Es gibt viele Möglichkeiten für die Hin- und Rückreise. Ich kann hier deshalb nur einige Vorschläge machen. Welchen Reiseweg Sie wählen hängt ja auch von Ihrem Wohnort ab.

 

- Anreise nach Saint-Jean-Pied-de-Port:

- Mit der Bahn: 8:44 Ab Köln Hbf 11:59 an Paris Nord. Mit der Metro nach Paris Montparnasse. 15:15 ab Montparnasse. 20:46 an Bayonne. 21:09 ab Bayonne. 22:25 an Saint-Jean-Pied-de-Port.

- Wer eine bessere Anreisemöglichkeit weiß, den bitte ich um Nachricht.

- Mit dem Flugzeug:

Ich empfehle dringend, vor dem Einchecken den Rucksack in einen stabilen blauen Müllsack einzupacken. Anderenfalls können sich die Rucksackriemen leicht in den Förderbändern verfangen und dann abreißen.

Air Berlin fliegt von verschiedenen Orten (sogar ab Paderborn) nach Bilbao.

- Vor dem Flughafen­gebäude Bilbao steht ein Shuttlebus zum zentralen Busbahnhof (Termibus). Von Bilbao Termibus gibt es Busverbindungen nach verschiedenen Städten (Bus-Fahrkarten nach Pamplona an Schalter 7 + 8).

- Von Bilbao kann man mit dem Bus oder dem Zug über Biarritz nach Bayonne fahren und dort den Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port erreichen. Von Bilbao Terminbus-Station fährt ein Bus um 7:30 und 13:00 nach Bayonne (Busbahnhof). Die Fahrt dauert 3 Stunden. Tickets müssen am PESA Schalter an der Terminbus-Station gekauft werden. Am Busbahnhof Bayonne ist eine Touri Info, die einem den Weg zum (Zug)Bahnhof zeigen kann (Stadtplan).

- Übernach­tungsmöglichkeit in Bilbao:

Tel.: 944-4270054 Jugendherberge Bilbao Ctra. Basurto-Kas­tre­xana 70 (Bus Nr. 80 von Termibus). Pilger mit Creden­cial werden auch ohne Jugend­her­bergs­aus­weis aufge­nommen.

Tel: 944-417900 Pensión „San Mames”, Luis Brinas 15

Tel: 944-150932 Pensión „Ladero” C/Loteria 1/4°

- Weitere Unterkünfte in Bilbao

http://www2.bilbao.net/bilbaoturismo/castellano/ddormir/ddormir3.htm

- Von Pamplona fährt Mo-Fr um 18:00 h (Juli und August auch um 10:00 h) und Sa um 16:00 h ein Bus nach Roncesvalles. Sonntags keine Busverbindung. Will man von dort weiter nach Saint-Jean-Pied-de-Port, muß man ein Taxi nehmen.

- Busfahrplan Pamplona-Roncesvalles

http://www.pamplona.es/VerPagina.asp?idPag=20-42251&idioma=1

- Es gibt eine interessante Möglichkeit, wie man von Pamplona nach Saint-Jean-Pied-de-Port kommt: Nehmen Sie Kontakt mit Caroline Aphessetche von der Fa. Express Bourricot auf. Mail: Caroline Aphessetche. Sie sammelt ihre Kunden so gegen 16:30 h am Busbahnhof in Pamplona ein und fährt sie in ihrem kleinen Taxi über die Pyrenäen direkt nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Die Kosten betragen je nach Anzahl der Fahrgäste 20 - 30 €.

Vielleicht gelingt es Ihnen, eine Gruppe von Mitpilgern zusammenzustellen um ein Großraumtaxi zu mieten und sich den Fahrpreis zu teilen. http://www.chemindecompostelle.com/expressbourricot/index.html

- Autofahrer: Immer wieder kommen Anfragen wo man sein Auto in den Orten am Camino abstellen kann.

- Dringend abraten muß ich vor wildem Parken, denn die „Experten” haben ganz schnell raus: Das ist einer, der auf dem Camino ist. Solche Wagen verschwinden sehr oft.

- In Pamplona gibt es mehrere Garagen mit LangzeitParkplätzen. Aber das ist mit Vorsicht zu genießen, denn bei der Rückkehr kann der Wagen evtl. hochgebockt und ausgeschlachtet sein.

- Nur wenn man seinen Wagen hinter verschlossen Toren unterstellen kann (Bekannte/ Freunde/ Hotel) kann man sicher sein, daß man bei der Rückkehr sein Fahrzeug unbeschädigt wiederfindet.

- Mir sind vier Stellen bekannt, wo man sein Auto für die Dauer der Pilgerfahrt sicher abstellen kann.

- In Saint-Jean-Pied-de-Port:

0559-370057 Garage Arrayet, Fax: 0559-9373547

675-783623 Priv. Herb „Zazpiak”, 13b Rue du Maréchal Harispe 13b, hier kann man sein Fahrzeug für die Dauer der Pilgerzeit auf einem gesicherten Gelände abstellen.

- In Espinal (7 km hinter Roncesvalles) bietet der Camping­platz „Urrobi” (geöffnet vom 1.4.-31.10.) auch für Nichtcamper für € 3.- pro Tag in einer gut verschlossenen Halle eine sichere und sehr geschützte Unterstellmöglichkeit für das Auto oder Camping­mobil für beliebige Zeit.

- In Huarte (kurz vor Pamplona) im Hof des Hotels „Don Carlos” Tel.: 0948-330077, Fax: 0948-330239.

Anreise zum Somport-Paß: Nach Paris wie oben, weiter im TGV wie oben, jedoch in den Zugteil nach Pau einsteigen. Ab Pau mit dem Bummelzug nach Oloron Sainte Marie (End­station). Von Oloron fährt ein Bus durch den Somport-Paß nach Jaca. Wer also über den Paß gehen will, sollte noch vor dem Tunnel aussteigen. „Unser Bus fuhr trotz­dem über den Pass und hat uns dort abgesetzt.”(33)

- Ein weiterer Vorschlag: Flug nach Bilbao. Mit dem Überlandbus von Bilbao nach Irun (ca. 1 Std). Mit dem Zug von Hendaye nach Pau (2 Std) und dann mit dem Regional­zug weiter nach Oleron St. Marie (ca. 30 Min). Die Zugverbindung ist in jedem guten deutschem Reisebüro zu bekommen.

 

Rückfahrt ab Santiago de Compostela:

- Mit der Bahn: Täglich um 9:25 h fährt ein durchgehender Zug von Santiago nach Hendaye, dem Grenzbahnhof an der spanisch-französischen Grenze. Ankunft um 20:32 h. Dort steht schon der Liegewagenzug nach Paris bereit. Abfahrt 22:16 h. Ankunft in Paris-Austerlitz 7:13 h. Ab Paris-Nord oder Paris-Est gibt es viele Zugverbindungen in die verschiedenen Regionen Deutschlands. Achtung! In den Monaten Juli und August während der Hauptpilgerzeit kann es vorkommen, daß der durchgehende Zug von Santiago de Compostela nach Hendaye bereits auf Tage hinaus ausgebucht ist. Deshalb ist es ratsam, gleich nach der Ankunft in Santiago (oder besser bereits einige Tage vor Ihrer Ankunft in Santiago in einem Reisebüro) die Fahrkarten für die Rückreise zu besorgen!

- Mit dem Bus: Es fahren durchgehende Busse ab Santiago zu verschiedenen Zielen in Deutschland. Aber wer nicht allzusehr auf seine Euros achten muß, sollte diese Busse meiden. Die Fahrt kann sehr lange dauern (z.B. Santiago-Paderborn rund 36 Stunden) und soll die reinste Tortur sein.

- Mit dem Flugzeug: Bei Flügen ab Santiago nach inner­spanischen Zielen gewährt die spanische Fluggesellschaft Iberia gegen Vorlage der „Compostela” 50% Preisnachlaß in der Economyklasse. Nach unbestätigten Informationen gewährt Iberia diesen Pilgerrabatt auch auf Verbindungen ins Ausland. Fragen Sie also bei der Iberia-Niederlassung in Santiago. Die anderen Iberia-Niederlassungen wissen meist nichts von diesem Pilgerrabatt. Iberia fliegt von Santiago verschiedene Ziele in Deutschland als Direktverbindung an. Diese Flüge sind aber in den Sommermonaten oft auf Wochen hinaus ausgebucht. Wer nicht rechtzeitig einen Direktflug gebucht hat, der muß über Madrid oder Barcelona nach Deutschland fliegen.

- Auch hier gilt das gleiche wie bei der Bahnfahrt: Sofort nach Ankunft in Santiago oder bereits einige Etappen vor der Ankunft den Rückflug buchen!

- Mit Hapagfly und Air Berlin können Sie ab Santiago verschiedene Ziele in Deutschland (mit Air Berlin auch Paderborn) anfliegen. Mit Ryanair können Sie nach Frankfurt-Hahn fliegen.

- Hier gilt das gleiche wie bei der Bahnfahrt: Sofort nach Ankunft in Santiago oder besser noch früher den Rückflug buchen! Wenn Sie Ihren Rückflug bereits einige Wochen vorher buchen, können Sie sehr preiswerte Flüge ergattern. Das hat nur den Nachteil, daß Sie sich für den Rückflug auf einen festen Termin festlegen müssen und daher nicht so frei im Ablauf Ihrer Pilger­fahrt sind.

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Gepäck nach Santiago voraus­schicken:

- Es gibt in Santiago einen Gepäck-Aufbewahrungs-Service:

Pensión "Badalada" ATT: Peregrin(o/a) [Ihr Name] - Rua Xelmírez 30 - E-15704 Santiago de Compostela

http://www.badalada.es/

- Hierhin können Sie überflüssiges Gepäck nach Santiago vorausschicken. Details

http://pilgrimhelper.wordpress.com/lugagge-store/

- Die Pension Badalada gewährt Pilgern mit Credencial 10% Rabatt auf die Übernachtungspreise

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Buen Camino. Jochen Schmidtke

    

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                                                                       21/03/2011

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